Einsatz im Nationalpark Wattenmeer (Mellum)
Ein Ziel, dass man am besten mit einem Landungsboot erreicht: Die Insel Mellum liegt inmitten des Wattenmeeres. Die Firma MOBILDEICH wurde vom NLWKN beauftragt, ein Schutzkonzept für einen Ölunfall auszuarbeiten. Im Ernstfall gilt es, die Vogelschutzinsel vor antreibendem Öl aus der Nordsee oder der Jade zu schützen. Die Schwierigkeit liegt darin, ein wirksames Mittel gegen die Wassermassen des Tidestroms im weichen Wattboden zu errichten.
In einer ganztägigen Übung wurden Fahrzeuge, Personal und Gerätschaften auf die Insel gebracht, um den etwa 70 m breiten Hauptwasserlauf zur See hin abzuschotten.
Neben den Vertretern des NLWKN und der Nationalparkverwaltung gehörten Kräfte des Havariekommandos Cuxhaven, des THW, des Mellumrates und der Polizeidirektion Oldenburg, der Landkreise Friesland und Wesermarsch sowie des Roten Kreuzes und der Firma Buhr zu den Beteiligten und Beobachtern.
Der Mobildeich wurde in zwei Sektionen aufgebaut: links im Bild konventionell (von Hand), rechts mithilfe einer Abrollvorrichtung, die eigens für den Anhänger eines Hägglunds-Kettenfahrzeugs konstruiert wurde. Kontinuierlich wurde das Mobildeich-Modul vom Fahrzeug abgerollt und auf dem Prielgrund abgelegt, während zwei Pumpen mit je 1.500 l/min das Wasser aus den Fluten direkt in den Deichkörper förderten. In etwa 50 Minuten war die Befüllung der unteren Basismodule auf 1,40 m Deichhöhe abgeschlossen. Die obere Schlauchlage wurde hier zu Demonstrationszwecken mit Luft befüllt.
Die Deichhöhe auf der Hauptlänge betrug 2,60 m und die Länge der Deichkette ca. 80 m..
Mobiles Staubecken für 8.000 m³ Wasser
Auf den ersten Blick eine typische Industrieanwendung - in kürzester Zeit soll eine große Menge Wasser verfügbar gehalten werden.
Ungewöhnlich ist die Art und Weise dieser Wasserhaltung: Auf einem Stück Ackerland wurde in drei komprimierten Bauphasen innerhalb kürzester Zeit ein Mobildeich als "mobiler Teich" errichtet. Zuerst wurde auf Kundenwunsch ein Erdwall zur Einfriedung und Sicherung des Areals errichtet.
Anschließend wurde im Beckenbereich ein dreilagiger Drainageboden mit einer 5.000 qm großen Dichtungsplane ausgelegt. Zum leichteren Transporthandling wurde sie vor Ort aus 4 großen Bahnen zusammengeschweißt.
Im letzten Arbeitsschritt wurde der eigentliche Beckenkorpus mit einem 330 m langen Ringdeich aus Mobildeich-Modulen MD 93-3 ausgelegt. Der Randbereich der Dichtungsplane wurde zurückgeschlagen und über den befüllten Mobildeich gelegt.
Der Aufbau des gesamten Beckens konnte in 3 Arbeitstagen realisiert werden.
Priel in Neßmersiel
Selbst im Flachland gibt es reißende Ströme: Was auf den Bildern aussieht wie ein gewöhnlicher Fluss, ist ein Priel im Watt, dessen Boden außerordentlich weich und dicht ist. Beim bloßem Passieren der Strecke mit Gummistiefeln ist die Wahrscheinlichkeit, sein Schuhwerk bei sich halten zu können, eher gering.
Ein ideales Terrain, um den Mobildeich vor eine neue Herausforderung zu stellen: Ob ein Aufbau durch den sumpfigen Priel hindurch technisch möglich ist und eine Abdichtung gegen die Wassermassen des Tidestromes gelingen kann, vermochten weder die Beobachter noch das Aufbauteam mit Gewissheit vorher zu sagen.
Auf Einladung des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu einer Expertentagung in Neßmersiel wurde dieser besondere Ort für den Aufbau eines Mobildeichs gewählt. Die Auswirkungen der Gezeiten und die besondere Bodenbeschaffenheit sind für das Wattenmeer repräsentativ und die Erprobung neuartiger Schutzkonzepte liefert wertvolle Erkenntnisse für die Gefahrenabwehr bei Havarien.
Vor Ort wurde eine 30 m langer Mobildeich mit einem Hägglunds-Kettenfahrzeug bis an den Einsatzort transportiert.
Der Deichkörper wurde zuerst an eine Pumpe angeschlossen, dann begann das Ausrollen des Deiches. Die Mitarbeiter des NLWKN hatten mit dem vorhergehenden Flutwasser drei Speicherbecken errichtet, um ausreichend Wasser für die Befüllung vorzuhalten.
Durch das Gewicht der Wasserfüllung lag der Mobildeich schon beim Ausrollen durch die Senke des Priels stabil. Um die Stufe an der gegenüberliegenden Uferböschung besser erklimmen zu können, wurden die Haspelräder kurzfristig von der Deichrolle entfernt. Der steigende Wasserdruck im Deichkörper half beim Abrollen der Schlauchlage mit - und ließ letzlich das Aufsteigen am anderen Ufer gelingen.
Nach etwa 2 Stunden lag der Deich samt orangefarbener Dichtungsplane sicher und stabil am Grund des Priels. Die Expertenrunde zeigte sich sehr zufrieden mit der Schutzmaßname und stellten einen weiteren Versuchsaufbau an einem dreimal so langen Priel auf der Insel Mellum in Aussicht.
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz (KSDW)
Mobildeich-Länge: 1,7 km
Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz erwarb für den Schutz Ihrer historischen Parkanlagen den MOBILDEICH. Im Einvernehmen mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen- Anhalt, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Landesverwaltungsamt fiel die Entscheidung für insgesamt 1,7 km des mobilen Deichverteidigungssystems. Kein anderer Hochwasserschutz genügte den hohen Anforderungen der Expertenkommission an die Sicherheit und Flexibilität.
Auf dem Terrain des UNESCO Weltkulturerbes wird im Hochwasserfall ein Ringdeich um bis zu 1,60 m aufgestockt, der die einmalige Landschaftsarchitektur Leopolds III. Franz Fürst von Anhalt-Dessau und seines Beraters Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff vor den Fluten bewahrt.
Im Bereich der Muldemündung schützt ein Mobildeich mit Höhen von bis zu 2,10 m das dort liegende Gestüt.
Das Gartenreich rund um das Luisium hat nichts von seiner Attraktivität verloren, denn der MOBILDEICH kann auch im stark profilierten Gelände komplett ohne bauliche Vorrichtungen errichtet werden.
Im Besonderen wurde auch auf den Baumbestand Rücksicht genommen. Für die Abdichtung des Systems wurden an mehreren Stellen speziell angepasste Baum-Manschetten gefertigt..
(s. auch Artikel in der "Mitteldeutschen Zeitung" unter "Pressereferenzen")
(Mobildeich-Aufbau auf www.Gartenreich.com)
Abrollcontainer
Abrollbehälter für die Feuerwehren im Lahn-Dill-Kreis
Unsere Neuentwicklung: Vollständig mobiler Flutschutz aus dem Abrollcontainer.
In diesem 6,5 m-Container sind 480 m Mobildeich mit einer Höhe von 0,6 m enthalten. Alle für den Aufbau benötigten Teile sind als kompakte Einheit wetter- und transportsicher eingelagert und können innerhalb von Minuten an den Einsatzort verbracht werden.
Ein schwenkbarer Auszug erleichtert das manuelle Handling auch großer Modullängen.
Die Fa. MOBILDEICH konfektioniert auf Wunsch unterschiedlichste Containergrößen (20", 40", WELAB, ...) für den Einsatz des MOBILDEICHS mit Ihrem Fahrzeugpark.
(s. auch Artikel in der "Dill-Zeitung" unter "Pressereferenzen")
Sanierungsarbeiten Stauwehr Sachsenhausen
Stauwehr Sachsenhausen (Havel)
Für gefahrloses Arbeiten am Wehr Sachsenhausen wurde innerhalb von vier Stunden ein MOBILDEICH mitten im Wasser der Havel verlegt.
Seine Stauhöhe beträgt ca. 2 m. Auf der Länge von 20 m passt sich der Deich mühelos den Bodengegebenheiten an.
Binnen einer Woche konnten die notwendigen Arbeiten am Stauwehr kostengünstig im Trockenen verrichtet werden.
(s. auch Artikel in der Zeitung "Die Mark Online" unter "Pressereferenzen")
Fürstenberg (Havel)
Fürstenberg (Havel) – Baustellentrockenlegung für einen Fischkanupass
Der MOBILDEICH wurde im Kombi mit Anhänger an den Einsatzort nach Fürstenberg gebracht (1).
Bild (2) zeigt den Baustellenbereich mitten im städtischen Grün. Im nächsten Bild wird der Mobildeich mit einem Baustellenkran mitten im Fluss abgesetzt. Der Ufer- und Böschungsbereich ist uneben und mit Steinen und Pfählen verbaut. Hier kann der MOBILDEICH seine besonders guten Abdichtungseigenschaften auf unterschiedlichen Untergründen beweisen.
Im Bild rechts unten ist der Deich bereits fertig durchs Wasser verlegt. Danach wurde ein rückseitiges Wehr geöffnet und der Baustellenbereich fiel innerhalb von 15 Minuten trocken. Auf den unteren Bildern ist die aufgestaute
Wassertiefe von 1 Meter 40 gut zu erkennen.
Es wurde
drei Wochen hinter dem Deich gebaut, ohne daß Undichtigkeiten oder Unterspülungen auftraten. Außer täglichen Sichtkontrollen waren am Deich keinerlei Maßnahmen notwendig. Nach der Bauzeit wurde der Baustellenbereich geflutet und der Mobildeich wieder abgebaut.
Chemnitz
Chemnitz – Aufstauen der Chemnitz
Diese Fotos entstanden während eines Ausbildungsprogrammes der Landestalsperrenverwaltung Freiberger Mulde/ Zschopau im September 2006. Die THW-Referenten Dr. Geert Lehmann, Thomas Tjaden und Thomas Schlunck informierten u.a. über innovative Deichverteidigungssysteme.
Als praktische Lerninhalte wurden u.a. Übungsaufbauten des MOBILDEICHS vermittelt. Die etwa 70 Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung konnten sich vom leichten Aufbau und der vollen Überströmbarkeit des Systems auf sehr glattem Wasserbaupflaster überzeugen.
Bad Muskau
Fürst-Pückler-Park Bad Muskau – Aufstauen der Neiße
Der rund 750 Hektar große Fürst-Pückler-Park Bad Muskau zählt zu den bedeutendsten Parkanlagen Europas und wurde 2004 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Um wesentliche Teile dieses Kunstwerkes der Landschaftsarchitektur vor den Zerstörungen durch Hochwasser schützen zu können, wurde der MOBILDEICH vor Ort präsentiert. Der Aufbau erfolgte inmitten der Neiße. Bei geringem Wasserstand konnte der Deich innerhalb kürzester Zeit errichtet werden. Die Mitarbeiter der „Stiftung Fürst-Pückler Park“ waren nicht nur vom schnellen und einfachen Handling des MOBILDEICHS überzeugt, sondern auch von dem praktischen Beweis, dass es eine Lösung für ihr Hochwasserschutzproblem gibt, die sich kompromisslos in das Bild des Landschaftsparks integrieren lässt: Dies ist der Deich, der sich über die meiste Zeit des Jahres unsichtbar macht.
Einsatzbilder Eilenburg
Eilenburg – Hochwasserschutz
Eilenburg, im April 2006: Hochwasseralarm!
Nach anhaltend hohen Wasserständen drohen weitere Teile des Gebietes an der
Mulde und dem
Mühlgraben im Wasser zu versinken. Die Feuerwehr Eilenburg wollen sich an einem hochwassergefährdeten Teil des Wohngebietes ein Bild von den Möglichkeiten machen, die der MOBILDEICH bietet. Auf den Bildern (2) und (3) sind die
Unwegbarkeiten zu erkennen, unter denen der Deich errichtet werden musste: nachbarschaftliche Zäune wurden überwunden und der Deichverlauf wurde leichterhand an die
Kontur des Ufers angepasst.
Auf dem Betriebshof der Feuerwehr wurden anderntags die Vorzüge von größeren Staumodulen und den technischen Highlights des MOBILDEICHS präsentiert.
Einsatzbilder Rosslau
Dessau-Rosslau – Hochwasserschutz nahe der Lutherstadt Wittenberg
Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 11. April 2006 über diesen Einsatz des Mobildeiches entlang der Rosslauer Südstraße. Die Bundesstraße 187 verläuft entlang der Rossel, die durch das Frühjahrshochwasser 2006 übermäßig viel Wasser führte. Die Rossel ist ein Zustrom der Elbe: Wie beim Hochwasser 2002 drückte die Elbe das Wasser in den Nebenarm und damit in die Stadt, so dass zahlreiche Häuser mit ihren Grundmauern im Wasser standen. Nach Erreichen der Hochwasserwarnstufe 4 musste das Rückstauwasser mit einer kurzfristig georderten Großpumpe über die Straße hinweg abgepumpt werden, der MOBILDEICH sorgte für die Absicherung des Geländes an einer Senke.
Einsatzbilder Butzbach
Butzbach – Baustellenabsicherung
Während Umbauarbeiten an einer Kläranlage nutzte die Stadtverwaltung Butzbach die Qualitäten des MOBILDEICHS um eine Hauptverkehrsachse gegen Überflutung zu sichern. Der temporäre Baustellenschutz wurde im Juni 2007 vor Ort innerhalb einer halben Stunde errichtet und diente für die nächsten drei Monate zuverlässig zur Absicherung vor Wasserschäden.
Einsatzbilder Meisdorf
Selketal – Hochwasserschutz in Meisdorf
Die Selke im Ostharz hat in der Vergangenheit in größeren zeitlichen Abständen Zerstörungen angerichtet. Die Bürgerinitiative „Rettet das Selketal“ hat sich zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten für die Anwendung flexibler Hochwasserschutzsysteme auszuloten. Zu Präsentationszwecken wurde in Meisdorf ein 20 m langer Mobildeich innerhalb 20 min errichtet und im Flusslauf abgedichtet. Das Modul kann im Kofferraum eines Kombis transportiert werden und liefert sicheren, schnellen und effektiven Hochwasserschutz für eine Stauhöhe bis 45 cm.
[Meisdorf, 23.9.2006]